LDM Rechtsanwälte für den FC St. Pauli erfolgreich gegen Viagogo – Landgericht Hamburg stoppt irreführenden Ticket-Zweitverkauf
Der FC St. Pauli hat in seinem juristischen Vorgehen gegen die Ticketplattform Viagogo gemeinsam mit LDM Rechtsanwälte einen wichtigen Erfolg erzielt. Das Landgericht Hamburg hat mit Urteil vom 02. Januar 2026, Az. 415 HKO 73/24 entschieden, dass Viagogo künftig klar und gut sichtbar darauf hinweisen muss, dass über die Plattform erworbene Tickets aufgrund des AGB-Weiterverkaufsverbotes nicht zum Zutritt zum Millerntor-Stadion berechtigen.
Mit dem Urteil stärkt das Gericht die Position des FC St. Pauli im Einsatz gegen überhöhte Preise, Intransparenz und die erheblichen Risiken, denen Fans beim Kauf auf nicht-autorisierten Zweitmarkt-Plattformen ausgesetzt sind, weil sie gegen die Ticket-AGB des Vereins verstoßen.
Hintergrund der Klage
Seit Jahren tauchen für Heimspiele des FC St. Pauli bei Viagogo Tickets zu massiv überhöhten Preisen auf – zum oft Fünffachen des regulären Preises. Zugleich gehen Fans, die solche Karten erwerben, ein erhebliches Risiko ein: Der FC St. Pauli akzeptiert über Viagogo gekaufte Tickets nicht. In der Praxis führt dies regelmäßig dazu, dass Fans am Einlass abgewiesen werden.
Um Verbraucherinnen und Verbraucher künftig besser vor Fehlannahmen und finanziellen Schäden zu schützen, reichte der FC St. Pauli Klage vor dem Landgericht Hamburg ein. Ziel war eine klare Verpflichtung für Viagogo, transparent über die tatsächliche Nichtgültigkeit der angebotenen Tickets zu informieren – analog zu einem Urteil des Landgerichts Berlin vom 23.10.2025 (Az. 91 O 56/24), das Union Berlin gemeinsam mit LDM Rechtsanwälte in einem vergleichbaren Verfahren erwirkt hatte.
Gericht bestätigt Täuschungsgefahr
Das Landgericht Hamburg folgte der Argumentation des FC St. Pauli: Viele Käuferinnen und Käufer wüssten nicht, dass es sich bei Viagogo um ein nicht autorisiertes Angebot handelt – zumal Tickets dort oft bereits erscheinen, bevor die Vereine überhaupt in den Verkauf gehen. Die Richter stellten fest, dass Menschen beim Kauf über Viagogo einem „erheblichen Risiko“ ausgesetzt sind: Trotz hoher Preise könne der Einlass verweigert werden, ohne dass ihnen dies vorher ausreichend klar sei.
Der FC St. Pauli geht seit längerem entschlossen gegen unfairen Weiterverkauf vor. Spieltag um Spieltag werden Tickets, die auf der nicht-autorisierten Ticketplattform Viagogo angeboten werden, vom Verein storniert. Bei Heimspielen gibt es Clearing-Stellen, an denen betroffene Fans informiert und beraten werden. „Uns geht es darum, unsere Fans vor überhöhten Preisen, intransparenten Angeboten und Enttäuschungen am Stadion zu schützen. Der heutige Entscheid ist ein wichtiger Schritt zu mehr Verbraucherschutz und Fairness“, so Vereinssprecher Patrick Gensing.
Für reguläre Rückgaben oder Weiterverkäufe bietet der FC St. Pauli einen eigenen, sicheren Ticket-Zweitmarkt an, über den Fans zu fairen, festgelegten Preisen Karten an andere Fans abtreten können.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Viagogo hat die Möglichkeit Berufung einzulegen.
Presseberichte
ARD Tagesschau
FC St. Pauli gewinnt vor Gericht gegen Ticketbörse Viagogo
Hamburger Morgenpost
Zum Wohle der Fans: So wichtig ist der Sieg vor Gericht für den FC St. Pauli
LTO - Legal Tribune Online
Über Viagogo gekaufte Tickets berechtigen nicht zum Stadionbesuch